KAPITEL 7 Ein Button statt eines Chatbots
Ein bestehendes Produkt um KI erweitern
Im Sommer 2025 berichtete das Wall Street Journal, dass Taco Bell seine KI-Sprachbestellung im Drive-in überdenkt. Die Kette hatte sie in Hunderten Filialen eingeführt. Dann gingen Videos viral. In einem legte ein Kunde das System lahm, indem er 18.000 Becher Wasser bestellte. Taco Bells Digitalchef sagte der Zeitung, man lerne gerade, wann KI helfe und wann an einem vollen Drive-in besser ein Mensch übernehme. 1
Achtzehntausend Becher. Am Verstehen lag es vermutlich nicht; der Satz ist eindeutig. Was fehlte, war etwas viel Banaleres: eine Kasse, die weiß, dass in einen Drive-in-Wagen keine 18.000 Becher passen.
Wer das für eine KI-Geschichte hält, sollte an Karl Klammer denken, die Büroklammer, die in Microsoft Office jahrelang fragte, ob man Hilfe beim Briefeschreiben brauche. Auch Karl wollte helfen. Er saß nur neben der Arbeit statt in ihr, kannte weder den Brief noch die Absicht und hatte keine Ahnung von den Regeln des Programms, in dem er herumhüpfte. Ein Vierteljahrhundert später ist die Technik unvergleichlich besser. Der Fehler, eine KI neben ein Produkt zu stellen statt sie hineinzubauen, ist erstaunlich aktuell geblieben.