2.200 Gerichtsentscheidungen, in denen von KI erfundene Inhalte eine Rolle spielten. 2
Man kann über diese Geschichte lachen. Mir läuft dabei eher ein kalter Schauer über den Rücken, und zwar aus einem Grund, der mit Juristen wenig zu tun hat: Dieselbe Maschine, die Urteile erfindet, schreibt in der nächsten Minute funktionierenden Code. Sie übersetzt, fasst zusammen, findet den Fehler in deiner Tabellenformel. Wie passt das zusammen?
Die Antwort darauf ist das Fundament dieses Buches. Wer versteht, was ein Sprachmodell tatsächlich tut, versteht auch, warum es manchmal erfindet, warum es trotzdem so erstaunlich viel kann und was die Software darum herum leisten muss, damit aus diesem Können ein Produkt wird.
Maras erster Irrtum
Mara hat die Geschichte vom Anwalt gelesen und zuckt mit den Schultern. Ihr wird so etwas nicht passieren. Sie braucht keine Gerichtsurteile. Sie will wissen, welche Geräte aus Leihregal zu einem Vortrag im Freien passen.
„Unser Katalog steht online“, sagt sie. „Die KI kennt das Internet. Also kennt sie auch unseren Katalog.“
Der Satz klingt vernünftig. Er ist falsch, und am Ende dieses Kapitels kannst du genau sagen, warum. Das eigentliche Problem dahinter lösen wir später im Buch, wenn Leihregal seine Gerätehandbücher bekommt.