Offene Fähigkeiten statt KI am Fließband
Hier wird die Stani-KI-Methode zur Systemarchitektur.
Man kann KI auf zwei Arten in Software einbauen. Bei der ersten zeichnet man einen festen Ablauf und setzt das Modell an einzelne Stationen, an denen es Text liefern darf: eine Zusammenfassung hier, eine Einordnung dort. Bei der zweiten stellt die Runtime der KI verständliche Fähigkeiten bereit, und die KI leitet aus dem aktuellen Zustand ab, welche davon jetzt gebraucht wird und was danach sinnvoll ist.
Die Kontrolle ist dabei geteilt:
• Die KI interpretiert Aufgabe, Zustand und Ergebnisse und wählt den nächsten sinnvollen Schritt.
• Die Software entscheidet technisch, welche Fähigkeiten überhaupt existieren, welche Daten erreichbar sind und welche Wirkungen zulässig sind.
So kann ein System offen auf neue Situationen reagieren, ohne der KI unbegrenzten Zugriff auf die Außenwelt zu geben. Ein Tool oder ein Skill ist in dieser Methode deshalb nicht der Kern. Fähigkeiten müssen für die KI lesbar beschrieben, kontrolliert verfügbar und kombinierbar sein.
Wir bleiben beim Preisprojekt aus Kapitel 4 und bei seinem Auftrag: immer zwei Nachkommastellen, aus 12.345 wird 12.35, und die Änderung wird getestet. Ein festes System könnte vorgeben: Öffne Datei A, ändere Zeile B, starte Test C. Das funktioniert, solange wir den Weg vorher kennen. Und genau das ist der Haken: Bei echten Aufgaben kennt man ihn selten vorher. Ein Agent bekommt stattdessen allgemeine Werkzeuge